Bald seniorengerechtes Wohnen in Reichling

Der Reichlinger Gemeinderat stellt die Weichen für ein Projekt  zum seniorengerechten Wohnen im Ort. Einstimmig segnete er die Bauvoranfrage für ein Mehrfamilienhaus mit acht kleineren, barrierefreien Wohnungen in einem zweigeschossigen Gebäude an der neuen Straße „Kinsfeld“ ab. Bürgermeisterin Margit Horner-Spindler bezeichnete das Vorhaben als „Bereicherung für Reichling“.

Geschäftsführer Hubert Kustermann von der Konstruktiv Bau GmbH erläuterte das Konzept. Aufgrund der Studie „Seniorenpolitisches Gesamtkonzept“ geht er davon aus, dass sich der Anteil der Mitbürger über 65 Jahren in Reichling von 255 im Jahr 2008 auf 395 in 2028 erhöhen wird.

Viele von ihnen leben seit Jahrzehnten in ihrer Heimatgemeinde, wollen dort auch im Alter bleiben und den Kontakt zu den Jüngeren nicht verlieren, wie das bei einem Umzug ins Seniorenheim oft der Fall ist. Das bestätigte auch Horner-Spindler, die schon von mehreren älteren Bürgern angesprochen wurde.

Doch die Senioren benötigen meist weniger Wohnraum als in ihren bisherigen Familienhäusern und sind auf Barrierefreiheit angewiesen. Beides bieten die acht Zwei-Zimmer-Wohnungen mit 50 bis 70 Quadratmetern, Balkon oder Terrasse, die in einem zweigeschossigen Gebäude mit Holzverkleidungen untergebracht sind. Das energieeffiziente Haus besitzt zudem einen ebenerdigen Stauflächenbereich für Lagerräume sowie einen Gemeinschaftsraum mit Küchenzeile und Balkon.

Kustermann kann sich dort auch junge Alleinstehende und Paare vorstellen, die günstig in Reichling wohnen möchten. So könnten sich gegenseitige Unterstützungen etwa beim Einkaufen oder Babysitten ergeben. Neben dem Gemeinschaftsraum bietet sich auch der autofreie,  anspruchsvoll angelegte Innenhof als Treffpunkt und Erholungsort an, so Kustermann.

Durch die zentrale Lage ist sichergestellt, dass die Wege der Senioren zu Einkaufsmöglichkeiten, Nahverkehrsanbindung oder Friseur nicht weit sind, freute sich Horner-Spindler. Auch die Seniorenbeauftragte des Landkreises und der Seniorenbeauftragte der Gemeinde hatten das Vorhaben „sehr begrüßt“.

Die Konstruktiv Bau will beide sowie ihre „Potentiellen Kunden“ an der Planung und Ausgestaltung des Gebäudes beteiligen und bevorzugt regionale Handwerker einsetzen, so Kustermann. Auch ortsansässige Unternehmen könnten beteiligt werden.

Die Firma aus Tutzing möchte die Wohnungen als Bauträger erstellen und vorzugsweise an Interessenten „aus dem Ort und der Umgebung“ verkaufen. Sie bietet Unterstützung bei der Finanzierung an, könnte Vermietung und Hausverwaltung übernehmen und bei Bedarf einen bezahlten Betreuungsservice organisieren.

Bei den Räten stieß die Präsentation auf große Gegenliebe. Lediglich die Anzahl der Stellplätze wurde diskutiert. Doch hält das Vorhaben die gültige Stellplatzverordnung von 1,5 Plätzen je Wohnung ein, wenn der geplante Wendehammer etwas verkleinert wird. Dazu liefert Kustermann noch einen Nachtrag.

Die Erschließungsstraße zu dem Gebäude wird privat erstellt. Falls die gemeinde jedoch einmal ein neues Baugebiet im Anschluss erstellen möchte, überlässt die Konstruktiv Bau ihr die Straße. 

31.01.2014 12:04 Alter: 3 Jahre