Neues Schul-Leben in der Alten Schule Ludenhausen

In das Alte Schulhaus in Ludenhausen kehrt neues (Schul-)Leben ein: Im September nimmt dort die Sudbury-Schule mit vorerst 30 Kindern den Betrieb auf. Fünf Vertreter des Sudbury-Vereins stellten das demokratische Schulsystem dem Gemeinderat vor, der anschließend in nicht-öffentlicher Sitzung einer Verpachtung auf vorerst zwei Jahre zustimmte.

Die Sudbury Schule, informierte Monika Wernz, beruht darauf, den natürlichen Lernwillen der Kinder zu erhalten und im kleinen, familiären Rahmen und in guter Umgebung zu fördern. So lernen Kinder zwischen fünf und 19 Jahren gemeinsam in Projekten und Lerngruppen, in der Küche, in der Natur und beim Spielen.

Abschlüsse werden extern abgelegt, die Kinder darauf entsprechend vorbereitet. Für jeweils zehn Schüler ist ein Schulbegleiter vorgesehen, die Kinder lernen aber auch viel voneinander und untereinander.

Das zweite Standbein der Schule ist ihre demokratische Struktur: Die Schüler legen gemeinsam Regeln fest und übernehmen die Verantwortung dafür. Verstöße werden von einem gewählten „Justizkomitee“ geahndet. So empfinden die Kinder eine starke Bindung zur „ihrer“ Schule, in der auch Inklusion möglich ist und Werte wie Respekt und Vertrauen im Vordergrund stehen.

Die Schule hat eine Kernzeit von 10 bis 14 Uhr und eine Gesamtzeit von 8 bis 16.30 Uhr. Die Schüler werden mit einem Bus oder in Fahrgemeinschaften gebracht. Derzeit liegen Anmeldungen aus Dießen, Landsberg und Reichling vor, zudem wollen einige Familie von München in den Landkreis ziehen, so Wernz. Sie stimmte Bürgermeisterin Margit Horner-Spindler zu, dass die Sudbury Schule keine Konkurrenz zu den bestehenden Regelschulen ist, sondern eher eine Alternative zu Montessori- und Waldorfschulen.

Die Bürgermeisterin verlas zudem ein Schreiben der Regierung von Oberbayern, die bestätigte, dass dem Verein eine zunächst auf zwei Jahre befristete Genehmigung zum Schulbetrieb in Aussicht gestellt wurde. Das sei üblich, wenn neue Schulen um Zulassung bitten, betonte eine Sudbury-Vertreterin.

Auf lange Sicht will der Verein ein eigenes Gebäude im Besitz haben, so Alexander Wiedemann, doch sei man nun erst mal „glücklich, wenn wir endlich anfangen können“. Zumal die Gemeinde mit seinem „regen Dorfleben“ dem vorgesehenen Schulleben sehr ähnlich sei. Und: Das Schulhaus in Ludenhausen könnte später möglicherweise noch weiter genutzt werden: Für die Erwachsenenbildung, die derzeit entwickelt wird.

Während Hubert Frankl in der Sudbury Schule eine willkommene Alternative zum fast rein leistungsorientierten herkömmlichen Schulsystem sah, betonte Otmar Schwentzek, ihm gehe es nicht um das Schulsystem, sondern um die Verpachtung des Gebäudes. Und da stehe „nichts dagegen“. Da es im Weiteren auch um die Höhe der Pacht ging, stimmten die Räte schließlich in nicht-öffentlicher Sitzung für den Pachtvertrag mit dem Sudbury Verein.

26.03.2014 21:47 Alter: 119 Tage