Breitbandversorgung

Donnerstag, 30. Juli 2015

Gut eineinhalb Stundenlang beschäftigte das Thema Breitbandausbau die Reichlinger Räte. Karl Manstorfer von der Firma IK-T hatte sie ausführlich über die Fördermöglichkeiten informiert, die für Gebiete mit Geschwindigkeiten unter 30 Mbit/Sekunde vorgesehen sind. Dies betrifft voraussichtlich Ludenhausen Süd, Gimmenhausen, Reichlingsried und das Erbistal in Reichling. Vorerst offen blieben Fragen zur Umsetzung.

Manstorfer schilderte den Werdegang der Datenübertragung von der Nutzung des Telefonnetzes mit hohen Verlusten im Kupferkabel bis zu den riesigen Datenmengen, die nun über Glasfaser transportiert werden können. Im ersten Förderverfahren wurde ein Glasfaserkabel von Epfach bis Ludenhausen gezogen und Kabelverzweiger (Verteilerkästen) installiert. Von dort aus geht es allerdings über Kupferleitungen bis in die Gebäude – mit den entsprechenden Verlusten.

Laut Breitbandatlas des Bundes sind alle bis auf die anfangs genannten Gemeindegebiete mit bis zu 30Mbit/s versorgt und damit nicht mehr förderfähig, so Manstorfer. Dieter Rapp und einige Kollegen zweifelten diese Angaben des Netzbetreibers jedoch an. Sie haben bislang Übertragungsraten von höchstens 20 Mbit gemessen, erklärten sie – obwohl sie dem Betreiber für bis zu 50 Mbit zahlen.

Rapp will nun in den nächsten 14Tagen im gesamten Gemeindegebiet mit einer Software des Netzbetreibers prüfen (lassen), wie hoch die Übertragungsraten tatsächlich sind und ob evtl. noch weitere Gemeindegebiete in das zweite Förderverfahren aufgenommen werden können. Die Ergebnisse liefert er Manstorfer zum Einarbeiten in dessen Studie.

Der Ingenieur soll außerdem Zahlen dazu vorlegen, wie viel teurer eine Erschließung der förderbaren Gebiete über Glasfaser bis ins Gebäude (FTTB) gegenüber der bisherigen Methode mit Glasfaser bis zum Kabelverzweiger (FTTC) ist. Die Gemeinde würde jedoch höchstens die Kosten bis zur Grundstücksgrenze übernehmen, den Hausanschluss müssten die Hauseigentümer veranlassen und bezahlen.

Bürgermeisterin Margit Horner-Spindler hielt es für fraglich, dass mehr als die Hälfte der betroffenen Hauseigentümer dazu bereit wären und schlug eine entsprechende Befragung der Bürger vor. Bestehe kein ausreichendes Interesse, sei es sinnvoller, die Verteilerkästen für das System FTTC aufzurüsten, meinte sie.

Der Fördersatz für Reichling läge entsprechend der Finanzkraft der Gemeinde bei 80 Prozent, der Höchstbetrag bei 670 000 Euro, erklärte Manstorfer. Zur Verlegung der Mikrorohre für die Variante „Glasfaser bis zur Grundstücksgrenze“ müssten jedoch Straßen bzw. Gehwege aufgegraben werden. Der Ingenieur hielt den Anschluss über Kabelverzweiger für wirtschaftlich günstiger und auch in den nächsten Jahren ausreichend. Langfristig zukunftsfähiger aber sei Glasfaser bis in die Gebäude, erklärte er.