Bürgerversammlung: Positives Jahr für Reichling

Samstag, 28. April 2012

Von einem „guten Jahr für die Gemeinde“ berichtete Bürgermeisterin Margit Horner-Spindler bei der Bürgerversammlung im Gasthaus Mitschke: Nicht nur, dass 2011 trotz Projekten wie Gewerbegebietserweiterung, Kanalsanierung in Ludenhausen und Visualisierung der Wasserversorgung der Schuldenstand auf 768 Euro pro Kopf verringert wurde. Im vergangenen Jahr gab es in der Gemeinde auch wieder 15 Geburten, informierte Horner-Spindler die 75 Zuhörer. Derzeit leben in der Gemeinde 1 593 Personen.   

Beim Wasser wolle man auf Nummer Sicher gehen, betonte die Bürgermeisterin. Deshalb nehme die Gemeinde mit der Visualisierung eine Vorreiterrolle ein. Horner-Spindler freute sich, dass das Ablesen der Zählerstände durch die Bürger gut klappt und wies auf die online-Meldungen hin. Auf das OK des Landratsamts zur Erweiterung des Gewerbegebiets „Eggarten“ warte man fast „stündlich“, so die Bürgermeisterin. An der Sicherstellung der Wasserversorgung für den Brandfall sei man dran, versicherte sie auf Frage von Hubert Graf.

Für die Belange der Feuerwehr habe sie ohnehin stets ein offenes Ohr, bestätigte der Ludenhausener Kommandant Josef Reizele. Er informierte über den Kauf einer neuen Atemschutzausrüstung sowie über elf Einsätze und 1 110 Übungsstunden der 54 Aktiven. Sein Reichlinger Kollege Alfons Schelkle berichtete von 13 Einsätzen und 2 227 Übungsstunden der 64 Aktiven und machte auf die Probleme aufmerksam, die mit dem vermehrten Auftreten von inneren Verletzungen und den neuen Antriebstechniken der Fahrzeuge bei Unfällen auf die Wehren zukommen.

Die Bürgermeisterin erinnerte an viele positive Momente im vergangenen Jahr, so etwa an den Startschuss der schnellen Internetverbindung, die nach einigen Anlaufschwierigkeiten nun gut funktioniert und an die festliche Gründung der Bürgerstiftung. Aber es gab auch schwere Zeiten, etwa als im Januar 2012 gleich zwei verdiente ehemalige Kommunalpolitiker und engagierte Bürger starben: Leonhard Weinberger und Leonhard Forschner.

2012 rückt nun endlich die Neugestaltung der Friedhofsmauer in Ludenhausen in greifbare Nähe. Die Dorferneuerung habe ihr den Baubeginn im Juli 2012 zugesagt, so die Bürgermeisterin. Außerdem rollen die Bagger auch bei der Kläranlage in Rott an. Horner Spindler rechnete dazu den Bürgern anhand der Gesamtgeschossflächen in der Gemeinde und der Kosten, die Reichling voraussichtlich zu tragen hat (1,1 Millionen Euro) vor, was auf sie zukommt: Bei einer Geschossfläche von 348 Quadratmetern sind das rund 1 880 Euro, die in drei Raten im Oktober 2012, April 2013 und zum Ende der Baumaßnahme fällig werden.

Die technische Seite der Kläranlagenertüchtigung sowie die verschiedenen Varianten, die bei der Planung geprüft worden waren, erläuterte Ingenieur Armin Wolff. Er machte dabei deutlich, dass die Kläranlage vor allem damit zu kämpfen hat, dass teils aus getrennten und teils aus Mischkanalsystemen eingeleitet wird.

In Sachen Windrad freute sich die Bürgermeisterin über das gemeinsame Vorgehen im Landkreis, das eine „Verspargelung der Landschaft“ verhindere. Bis das Gutachten vorliege, würden auch die vor drei Jahren schon angeplanten beiden Windräder am Weißenberg noch auf Eis gelegt, informierte Hans-Walter Mitschke.