Die Feuerwehr bekommt ein neues Fahrzeug

Mittwoch, 23. März 2016

Die Freiwillige Feuerwehr Reichling soll ein neues Fahrzeug bekommen: Der Gemeinderat entschied in seiner jüngsten Sitzung, ein Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug vom Typ HLF 20 anzuschaffen. Rund 400000 Euro bis 450000 Euro wird das neue Fahrzeug wohl kosten – abzüglich der voraussichtlichen Förderung in Höhe von 119000 Euro. Das sei zwar „eine riesengroße Summe“, erklärte Bürgermeisterin Margit Horner-Spindler im Hinblick auf die vielen anderen Projekte der Gemeinde: „Doch ich sehe es als absolut notwendig an, ein neues Fahrzeug zu beschaffen.“

Warum das alte Löschgruppenfahrzeug LF 16/12 ersetzt werden müsse, legten der Reichlinger Kommandant Johann Haberl und sein Stellvertreter Johann Riesemann dem Gemeinderat in aller Ausführlichkeit dar. Das aktuelle Fahrzeug, das mittlerweile 27 Jahre auf dem Buckel hat, weise demnach nicht nur starke Korrosion auf und muss ständig repariert werden, sondern entspreche auch nicht mehr den heutigen Sicherheitsstandards – und stößt an seine Grenzen: Mit dem zulässigen Gesamtgewicht von zwölf Tonnen ist die Reichlinger Feuerwehr bereits absolut am Limit. Es kann nicht die gesamte Ausrüstung im Fahrzeug mitgenommen werden. Stattdessen muss zu den Einsätzen extra ein Mehrzweckanhänger mitgeschleppt werden.

In dem neuen HLF könnten dagegen alle Einsatzmittel für die Technische Hilfeleistung mitgeführt werden, erklärte Haberl. Darüber hinaus stünden 2000 Liter Löschwasser zur Verfügung, statt bisher 1200 Litern. Neben einer einfacheren Bedienung und leistungsfähigen Pumpen hob der Kommandant vor allem auch die erhöhten Sicherheitsstandards hervor, die ein modernes Fahrzeug heute biete. Und: Reichling habe jetzt mehr Wohngebäude als noch vor 30 Jahren, und darüber hinaus auch ein Gewerbegebiet – was für die Feuerwehr einen größeren möglichen Einsatzbereich als früher bedeute.

Das jetzige LF 16/12 sei vor allem sehr reparaturanfällig: „Der Zahn der Zeit nagt einfach an dem Fahrzeug“, machte Haberl klar. Sehr viele Roststellen konnten bereits geschweißt werden – doch die starke Korrosion am Aufbau und am Fahrgestell müsste wohl von Fachfirmen behoben werden, vermutlich mit hohem finanziellen Aufwand. Ansonsten bestünde die Gefahr, dass bei einer Einsatzfahrt der Aufbau herunter breche. Technische Probleme gebe es mit der Kupplung und dem Nebenantrieb.

„Wir müssten sehr viel Geld investieren, wenn wir das Fahrzeug behalten wollten“, meinte der Kommandant. Die Möglichkeit einer Reparatur wurde zwar vom Gemeinderat diskutiert, dann aber schnell wieder verworfen: Ernst Holl fragte zunächst nach einem Kostenvoranschlag – doch allein schon aus Gründen der Sicherheit befand die Ratsmehrheit, dass eine Reparatur wohl nicht mehr sinnvoll sei. Daher stimmte das Gremium am Ende auch geschlossen dem Kauf eines neuen Fahrzeuges zu.

Laut Beschluss wird ein Fahrzeug nach der Abgasnorm Euro V angeschafft – wie von den Feuerwehrkommandanten bevorzugt. Dazu muss das Fahrgestell bis spätestens Ende 2016 bestellt und das Fahrzeug dann bis zum 30. Juni 2018 zugelassen werden. Dieser Zeitrahmen soll eingehalten werden. Denn bei einem späteren Kauf müsste die Abgasnorm Euro VI erfüllt werden, was die Reichlinger Kommandanten jedoch als Nachteil ansahen, da der zusätzlich verbaute Filter nicht nur rund 10000 Euro kosten würde, sondern zudem ein zusätzliches Leergewicht von 350 Kilogramm, weniger Stauraum und höhere Betriebs- und Wartungskosten mit sich bringen würde.

Beim Kauf des neuen Feuerwehrautos könnte die Gemeinde noch etwas einsparen, falls eine andere Kommune ein genau baugleiches Fahrzeug erwerben würde: Dann könnte Reichling nämlich nochmals einen Zuschuss von knapp 12000 Euro erhalten (zehn Prozent der Fördersumme, die voraussichtlich rund 119000 Euro betragen wird). Bürgermeisterin Margit Horner-Spindler will nun eine solche Gemeinde finden – entweder im Landkreis oder über den Bayerischen Gemeindetag.

Keine ganz so leichte Aufgabe: Denn das Problem dabei ist – wie in der Sitzung festgestellt wurde –, dass die beiden Wunschfahrzeuge genau baugleich sein müssten. Die Feuerwehr im Ortsteil Ludenhausen kommt für das zweite Fahrzeug nicht in Frage: Die Ludenhausener haben im Jahr 2003 ein neues Feuerwehrauto erhalten. ms