Eheschließungen auf dem Wurzberg

Dienstag, 18. Januar 2011

Auf dem „Balkon Oberbayerns“, dem Wurzberg in Reichling können sich Paare ab sofort auch das „Ja“-Wort geben. Der 743 Meter hohe Moränenhügel, ein Stück Heimat für viele Reichlinger, wurde als Trauungsort gewidmet. Damit, freut sich Bürgermeisterin Margit Horner-Spindler, kann die Gemeinde nun ein immer wieder vorgebrachtes Anliegen der Bürger erfüllen.

Bislang wurde in Bayern die gesetzlich vorgeschriebene, „der Bedeutung der Ehe entsprechende“ „würdige Form“ der Eheschließung sehr streng ausgelegt. Doch im Zuge einer Änderung des Personenstandsgesetzes räumt ein Rundschreiben des Bayerischen Innenministeriums nun mehr Möglichkeiten ein. Seitdem gelten nun auch in Bayern andere Örtlichkeiten als ein „schöner Raum möglichst im Standesamt“ als würdiger Rahmen für die Eheschließung.

Der Wurzberg bietet nicht nur durch die Aussicht einen schönen Rahmen, sondern auch dadurch, dass er in vielen ehrenamtlich geleisteten Stunden vom Reservistenverein und die Landjugend Reichling zu einem Schmuckstück gemacht wurde. Große, selbst gebaute Holzbänke wurden aufgestellt, ein Platz gekiest und ein vom Gartenbauverein gespendeter Baum gepflanzt. Für die Hochzeiten stellt die Gemeinde noch einen eigens angeschafften Pavillon sowie Tische und Stühle für das Brautpaar, die Trauzeugen und die Standesbeamtin. Um Blumenschmuck sowie Bänke für die Gäste müssen sich die Brautleute selbst kümmern. Außerdem kosten die Trauungen auf dem Wurzberg etwas mehr, weil der Aufwand für die Gemeinde höher ist.

Bislang wurden am Wurzberg zwei Ehen bei strahlendem Wetter geschlossen. Spielt Petrus nicht mit, müssen die Trauungen allerdings ins Standesamt verlegt werden.