Gemeinde investiert in Wasserversorgung

Dienstag, 13. September 2011

Die Gemeinde Reichling will bei ihrer Wasserversorgung auf Nummer Sicher gehen. Sie investiert deshalb voraussichtlich rund 20 000 Euro in eine PC-gestützte Visualisierung der Anlage. Damit können Probleme und ihr Ursprung auf einen Blick und rechtzeitig erkannt werden, sodass brenzlige Situationen wie vergangene Woche gar nicht mehr entstehen. Da war es wegen verstopfter Filter beinahe zu einem Engpass in der Wasserversorgung gekommen.

Walter Mayr dachte es sei „Fünf nach Zwölf“, als vorletztes Wochenende urplötzlich nur noch Wasser für eine Viertelstunde im Reichlinger Hochbehälter vorhanden war. Die Pumpen in der Druckerhöhung liefen zwar, aber förderten zu wenig, so Mayr. Er fuhr deshalb weiter zur Quelle in der Bachrunzel und stellte fest, dass der Vorfilter für die UV-Anlage verstopft war.

Mayr sorgte zusammen mit Josef Fichtl und Markus Schallameier sowie der Firma Korn dafür, dass die UV-Anlage kurzfristig umgangen und zusätzlich Wasser von Ludenhausen nach Reichling geleitet wurde. Zum Glück, so Mayr, habe er die Störung rechtzeitig bemerkt. Wäre der Wasserpegel weiter gefallen, wäre eventuell Luft in die Leitungen gelangt oder die Pumpen kaputt gegangen.

Mit einer Visualisierung, erklärten Mayr und Schallameier, seien solche brenzligen Situationen künftig vermeidbar. Denn beim Blick auf den Bildschirm würden sie schon in der Früh feststellen, dass zu wenig Wasser im Hochbehälter ist. Außerdem zeigte das Computerprogramm auch gleich die Ursache der Störung an, sodass längeres Suchen und Fahrereien unter Zeitdruck unnötig werden.

Die Räte stimmten deshalb Bürgermeisterin Margit Horner-Spindler zu, dass eine solche Visualisierung unumgänglich ist – und zwar für die komplette Wasserversorgung. Varianten lediglich für Reichling (rund 9 000 Euro) oder Reichling und Ludenhausen, aber ohne Brunnen in Gimmenhausen (14 000 Euro) lehnten sie ab.

Allerdings möchten sie noch genauere Informationen dazu, welche monatlichen Kosten – Dieter Rapp rechnete mit rund 110 Euro – noch dazu kommen, ob es höhere Folgekosten durch Upgrades geben wird und ob der unbedingt erforderliche Überspannungsschutz im Angebot mit enthalten ist. Außerdem wollen die Räte wissen, was eine neue Anlage kosten würde. Denn das Angebot beruht zum Teil auf der Übernahme einer gebrauchten Visualisierung mit teilweisem Ausschluss der Gewährleistung. Bei der nächsten Sitzung sollen diese Fragen mit einem Vertreter der anbietenden Firma geklärt werden.

Anhand von Fotos zeigte Schallameier den Räten noch Ausbesserungen an den drei Reichlinger Hochbehältern auf: So wurden unter anderem neue Edelstahlleitern montiert, verrostete T-Träger grundiert und die Gummis bei den Hochbehälter-Deckeln ausgetauscht.