Gemeinderat verabschiedet Haushalt 2011

Mittwoch, 08. Juni 2011

Langsam entspannt sich die prekäre Finanzsituation der Gemeinde Reichling etwas. So kommt der 2,78 Millionen Euro umfassende Haushaltsplan für da laufende Jahr ohne neue Kreditaufnahme aus. Außerdem ist die Pro-Kopf-Verschuldung um 89 Euro auf 868 Euro pro Einwohner gesunken. Dafür hat sich die Gemeinde für dieses Jahr auch nur wenige Projekte vorgenommen. Die Räte verabschiedeten den von Kämmerer Klaus Schneider vorgestellten Haushaltsplan einstimmig und ohne Diskussion, nachdem sie ihn zuvor in nicht-öffentlicher Sitzung vorberaten hatten.

Der mit 758 319 Euro sehr schlanke Vermögenshaushalt weist nur eine größere Ausgabe auf: 110 000 Euro, die die Gemeinde nach Abzug des Zuschusses aus dem Konjunkturpaket II noch für den Bau der Breitbandversorgung (DSL) zahlen muss. 30 000 Euro sind zudem für die Sanierung der Kirchenmauer in Ludenhausen eingestellt. Hier soll im Zuge der Dorferneuerung heuer mit der mittleren Mauer begonnen werden. 40 000 Euro sind noch für Schlussrechnungen zur Straßenfertigstellung „An der Rees I“ fällig.

Die Ausgaben werden ohne neue Kreditaufnahmen bestritten. Lediglich der allgemeinen Rücklage werden 190 598 Euro entnommen. Dafür will die Gemeinde Kredite in Höhe von 158 063 Euro tilgen. Vom Verwaltungshaushalt fließen 102 171 Euro in den Vermögenshaushalt.

Eines der größten Projekte im 2 Millionen starken Verwaltungshaushalt ist die anstehende Sanierung der Kanalisation in Ludenhausen mit rund 27 000 Euro.  6 774 Euro hat die Gemeinde bereits für die Reinigung der Stauraumkanäle in Reichling ausgegeben, berichtete Bürgermeisterin Margit Horner-Spindler. Dank einer Zuführung aus dem Vermögenshaushalt sind die Einnahmen und Ausgaben (184 000 Euro) bei der Abwasserentsorgung ebenso ausgeglichen wie bei der Wasserversorgung (145 000 Euro).

Während die Photovoltaikanlage auf dem Dach der Mehrzweckhalle voraussichtlich Einnahmen in Höhe von 14 500 Euro bringen wird, halten sich bei der kommunalen Verkehrsüberwachung Einnahmen und Ausgaben die Waage. Nachdem in Ludenhausen nun dank der Messungen wieder langsamer gefahren wird, beschloss der Gemeinderat, die Anzahl der Messstunden pro Monat von zehn auf vorerst drei zu reduzieren.

Der Verwaltungshaushalt finanziert sich hauptsächlich durch den Gemeindeanteil an der Einkommenssteuer (565 300 Euro), aber auch die Grund- und Gewerbesteuern (256 200 Euro) und die Schlüsselzuweisungen (329 928 Euro). Auf der Ausgabenseite dagegen steht die Kreisumlage, die um gut 33 000 Euro auf 516 900 Euro gesunken ist.


Steuerhebesätze: Die Hebesätze in Reichling bleiben weiterhin stabil mit 330 Prozentpunkten bei den Grundsteuern A und B und 310 Prozentpunkten bei der Gewerbesteuer

Schulden: Der Schuldenstand der Gemeinde hat sich um 172 800 Euro verringert – er betrug Ende 2010 noch 1 376 190 Euro, das ist eine Pro-Kopf-Verschuldung von 868 Euro. Entsprechend gesunken sind die Zinsausgaben: Von 74 596 auf 66 800 Euro. 

Brandschutz: Der Brandschutz kostet die Gemeinde heuer – abzüglich der Einnahmen – 58 620 Euro.

Kindergarten: Der Betreuung der kleinen Bürger kostet die Gemeinde in diesem Jahr 238 250 Euro, davon 9 800 allein für den Kindergartenbus. Dem stehen 124 800 Euro an Einnahmen gegenüber.

Schule: 174 450 Euro zahlt die Gemeinde für ihre Schüler. Der Großteil davon fließt als Schulverbandsumlage nach Rott. Einnahmen gibt es nach Schließung der Schule in Ludenhausen nicht mehr.

Gebäudeunterhalt: Der laufende Unterhalt der Mehrzweckhalle kostet die Gemeinde abzüglich der Einnahmen 18 090 Euro. Für den Unterhalt des Happerger fallen heuer 4 000 Euro, für den der alten Schule Ludenhausen 2 700 Euro und für den des Pfarrheims (abzüglich Einnahmen)  6 600 Euro an.