Gimmenhausen bleibt im Schutzgebiet III

Donnerstag, 06. November 2014

Es bleibt wohl dabei: Ganz Gimmenhausen liegt in der Schutzzone III des dortigen Brunnens. Bei der jüngsten Gemeinderatssitzung, bei der die gut 20 Zuhörer Rederecht erhielten, bestätigte Diplom-Geologe Gabriel Nemeth das schon vor über einem Jahr vorgestellte Wasserschutzgebiet. Dieses hat sich lediglich ein Stück weiter nach Nordosten ausdehnt. Allerdings fallen die damit verbundenen Einschränkungen für die betroffenen Bürger wohl etwas milder aus. Strenge Auflagen gelten jedoch für die Abwasserentsorgung (Bericht dazu folgt).

Nehmet erinnerte erneut daran, dass nach den Probebohrungen 2006 und 2007 die bislang angenommene Fließrichtung des Grundwassers um etwa 180 Grad korrigiert werden musste – sie verläuft demnach von Nordost nach Südwest. Für Irritationen sorgten jedoch 2013 neue Messungen, nach denen das Wasserniveau im Brunnen im Gegensatz zu den anderen Messstellen deutlich angestiegen war.

Erst in diesem Frühjahr fand man bei einer Kamerabefahrung des Brunnens die Erklärung, so Nemeth: Oberhalb des Grundwasserstroms befindet sich noch ein weiteres „Grundwasserstockwerk“, von dem zu diesem Zeitpunkt Wasser in den Brunnen gelangte. In den trockenen Jahren 2003 bis 2006 war dieser Grundwasserstrom nicht vorhanden.

Am notwendigen Schutzgebiet für den Brunnen, der ja überwiegend vom tiefer gelegenen Grundwasser gespeist werde, ändere dies nichts, betonte er angesichts der Zweifel eines Gimmenhauseners: Daran würde auch die vom Abwasserverein gewünschte weitere Bohrung nichts ändern. Der Zuhörer wunderte sich, dass das Wasser einen der niedrigsten Nitratgehalte im Landkreis habe, obwohl im Ort intensive Landwirtschaft betrieben werde und wohl einige Güllegruben nicht ganz dicht seien. Nehmet führte dies auf die „sehr gute“ und mächtige bindige Deckschicht über dem Grundwasser zurück.  

Unter anderem ihretwegen könne man die Auflagen auf das unbedingt Notwendige beschränken, meinte er. So sind etwa Neubauten mit einer „normalen Unterkellerung“ ebenso erlaubt wie bis zu zehn Meter tiefe Bohrungen für Wärmepumpen. Die Landwirte müssten sich nach der neuen Düngeverordnung richten und haben damit, so Bürgermeisterin Margit Horner-Spindler, „keine anderen Auflagen als anderswo“.

Falls sich die Wasserwerte verschlechtern, müsse nach der Ursache gesucht werden. Probleme durch die Deponien, die ein Zuhörer ins Spiel brachte, hielt Nehmet jedoch für „sehr unwahrscheinlich“. Wie lange der bereits „betagte“ Brunnen noch genutzt werden kann, könne man nicht vorhersagen, erklärte er auf eine Frage. Doch gebe es im Gemeindebereich nicht viele passende Standorte für einen Brunnen, so dass wohl wieder an der gleichen Stelle gebohrt würde.

Eduard Eichenseher vom Wasser-wirtschaftsamt betonte, Grundlage für die Ermittlung des Schutzgebietes sei es, die „sehr gute Qualität des Trinkwassers“ auch für die Zukunft zu erhalten. Das Gebiet liege dabei „an der  unteren Grenze liege, um. Auch er betonte, dass das Schutzgebiet an der unteren Grenze“. Seine Behörde muss nun den Vorschlag von Nehmet prüfen und öffentlich auslegen. In diesen vier Wochen können Bürger Bedenken und Anregungen einbringen, über die dann beraten wird, so Eichenseher.