Kläranlage muss saniert werden

Sonntag, 24. Oktober 2010

Liebe Bürgerinnen und Bürger,

seit 1991 werden unsere Abwässer in die Kläranlage Rott – damals eine der modernsten Anlagen überhaupt in einer kleinen Gemeinde – eingeleitet. Das war und ist für beide Gemeinden eine gute und kostengünstige Lösung.

Nun allerdings ist die Anlage technisch veraltet. Bauart und Betriebsweise führen dazu, dass die geforderten Grenzwerte speziell beim Stickstoff nicht immer eingehalten werden können. Bereits 2008 wies uns deshalb das Wasserwirtschaftsamt darauf hin, dass die Stickstoffumwandlung verbessert werden muss. Im Bereich des für uns zuständigen Wasserwirtschaftsamtes Weilheim ist die Kläranlage in Rott die einzige, die noch nicht mit der dafür notwendigen Nitrifizierungs-Anlage nachgerüstet wurde.

Nachdem der Gesetzgeber nun auch die Grenzwerte im Kläranlagenablauf gesenkt hat, müssen wir handeln und die Kläranlage mit einer Nitrifikation zum Umbau des Stickstoffs erweitern und verbessern. Durch den Umbau, der voraussichtlich 2011 durchgeführt wird, kommen erhebliche Ausgaben auf uns zu: Die Sanierungskosten belaufen sich je nach Ausführungsvariante auf zwischen 1,4 und 2,1 Millionen Euro. Entsprechend der Einheitsgleichwerte (Rott: 2400; Reichling: 2100) werden davon rund 53,3 % von Rott und 46,7 % von Reichling zu tragen sein.

Da der Betrieb einer Kläranlage nach dem Gesetz kostendeckend zu erfolgen hat, müssen wir diese Sanierungskosten auf die Nutzer umlegen. Dabei gibt es zwei Möglichkeiten:

  1. Die Gemeinde erlässt eine so genannte Verbesserungsbeitragssatzung und verlangt von allen Hauseigentümern per Bescheid eine Kostenbeteiligung in Form einer größeren Geldsumme – eventuell auch verteilt auf zwei bis drei Jahre.
  2. Die Gemeinde erhöht die Abwassergebühren so, dass die Sanierungskosten damit von den Bürgern über einen längeren Zeitraum abbezahlt werden.

Auch eine Kombination beider Möglichkeiten ist zulässig: Die Gemeinde könnte also zum Beispiel 50 % der Kosten über eine Verbesserungsbeitragssatzung erheben und die restlichen 50 % über eine Gebührenerhöhung erwirtschaften.

Eine Entscheidung für eine dieser Möglichkeiten wollen wir nicht treffen, ohne dazu Ihre Meinung gehört zu haben. Wir werden deshalb in absehbarer Zeit eine Informationsveranstaltung zum Thema Kläranlagensanierung abhalten.

Zunächst jedoch muss noch vieles abgeklärt werden – insbesondere, welche Ausführungsvariante am sinnvollsten ist. Wir werden Sie, liebe Bürgerinnen und Bürger, auf jeden Fall stets auf dem Laufenden halten und informieren.

 

Ihre Bürgermeisterin

Margit Horner-Spindler