Kleine Narren stürmen Rathaus

Sonntag, 19. Februar 2012

Kindergartenkinder sind ganz schön schlau. Der fünfjährige Moritz kennt schon das Reichlinger Wappen, sein Altersgenosse Hannes kann Nadeln in Luftballons stechen, ohne dass sie platzen. Beim diesjährigen Sturm auf das Reichlinger Rathaus bezauberten die kleinen Narren ihre Bürgermeisterin Margit Horner-Spindler im wahrsten Sinne des Wortes. Und die meldete sich nach einem geplatzten Luftballon gleich zum Unterricht in der Wurzberg Oase an.

Mit dem Lied vom Zirkus Dideldum hatten die Kleinen ihre Runde durch das Dorf beendet, bei der sie sich Würstel ersungen und mit selbst gebastelten Rasseln dem Winter einen Schrecken eingejagt hatten. Im Rathaus stießen Piraten, Ritter, Hexen, Ninjas, Bienen und Polizisten gleich auf drei Bürgermeister: Margit Horner-Spindler, Altbürgermeister Manfred Mayr und  Quirin Krötz aus Rott.

Die Zaubervorstellung allerdings erlebte Horner-Spindler, deren Platz am Ratstisch gleich die kleine Anouk erobert hatte, aber exklusiv: Juliane erschnüffelte einen verdrehten Legostein, Nevio zauberte ohne Hilfe einen Knoten ins Seil und Hannes stach die Nadel in einen knallblauen Luftballon. Als die Bürgermeisterin es ihm nachmachen wollte, gab es einen lauten Knall – sie hatte den Zauberspruch vergessen. Die Kleinen, gestärkt mit Wienern und Brezen, versprachen Abhilfe bei einem Zauberkurs. Berührungsängste kannten sie ohnehin nicht: Freimütig erzählten sie Horner-Spindler von ihren Kostümen und dem Kindergarten.

Die Bürgermeisterin hatte den Bewirtungsort – das Trauungszimmer – im Hinblick auf die Zukunft der Wurzberg Oase übrigens gut gewählt: Moritz verriet, dass er hier später einmal seine Annika heiraten will und Johanna und Luis gaben einmütig zu Protokoll, dass sie hier einmal „bei der Margit“ den Bund der Ehe schließen werden. Nur auf  Paul hatte der Raum keinen Einfluss – er will Landwirt werden, „ohne Frau!“