Mehrzweckhalle nimmt weiter Kontur an

Mittwoch, 23. März 2016

Beim Thema Mehrzweckhalle Reichling will Bürgermeisterin Margit Horner-Spindler Vereine und Wirt mit ins Boot nehmen, wenn es um die Realisierung des Vorhabens geht. „Sie sollen planerisch mitdenken“, machte die Gemeindechefin im Zuge der jüngsten Gemeinderatssitzung deutlich.

Horner-Spindler hatte zur Sitzung Architekt Hans Riesemann eingeladen, der kompetent und nachvollziehbar seine Pläne vorstellte. Die Halle sei 1974 geplant und 1975 gebaut worden, seinerzeit als Vereinsheim mit Nebenräumen. 2002 gab es dann eine Erweiterung nach Osten, mit Umkleidekabinen und Sanitäranlagen, und darüber wurde eine Terrasse für die Wirtschaft geschaffen. Laut Riesemanns Ausführungen wäre eine Versammlungsstätte für 400 Personen machbar und sinnvoll. Dies würde im ersten Moment viel erscheinen, doch solle man bedenken, dass sich im Untergeschoss ein Jugendraum, das Schützenheim und die Kegelbahn befänden.

Bei Veranstaltungen wie Theater oder Osterkonzert könnten bei einer solchen Planung bequem über 300 Personen Platz finden. Dabei seien die Musiker auf der Bühne und das Personal des Wirts schon dazugerechnet. Die Brandschutz-Vorschriften für die tragenden und ausschweifenden Bauteile seien hierfür bereits erfüllt. Auch die vorhandene Anzahl der Toiletten sei ausreichend. Die Feuerwiderstandsdauer der Nagelbinder-Dachkonstruktion sei jedoch noch nicht ausreichend, so der Architekt.

Für die Rettungswege hatte Riesemann derweil gute Vorschläge, meinte unter anderem, dass eine neue Tür im Erdgeschoss in Richtung Süden sinnvoll sei. Die Gemeinde hat bereits Vorrichtungen angeschafft, durch die die Bestuhlung der Vorschrift entsprechend miteinander verbunden werden kann. Vorhanden ist eine sehr gute Hackschnitzelheizung.

Was die Parkplatzsituation angeht, sind 80 Stellplätze gefordert, die bereits vorhanden sind. Was noch fehlt, sind jedoch Besucherplätze für Rollstuhlfahrer, die es noch zu schaffen gilt. Dafür sieht Riesemann Möglichkeiten in Richtung Süden vor.

Für den barrierefreien Zugang und das passende WC sind Umbaumaßnahmen nötig, was nicht ganz einfach für den Architekten war und eine große Herausforderung darstellte.

Unabhängig von der Versammlungsstättenverordnung wurde auch angedacht, nach Süden die Terrasse zu vergrößern und die Küche zu erweitern. Ein zweiter Ausgang sowie ein rollstuhlgerechter Zugang sind noch zu schaffen, ebenso eine Rauchableitung über das Dach. Aber auch die Sicherheitsbeleuchtung, ein Raum für die Lautsprecherzentrale (im Fall eines Brandes), entsprechende Ausstattung, der Umbau des Bühnenraumes mit Doppelnutzung und neue Duschen stehen noch auf der umzusetzenden Agenda.

„Wir haben sehr vorausschauend geplant, um alles zu berücksichtigen und nichts zu verbauen. Die Umsetzung erfolgt Schritt für Schritt, so dass es finanziell gut realisierbar ist“, erklärte Bürgermeisterin Margit Horner-Spindler. Der Gemeinderat stimmte einstimmig dafür. gk