Motocrossstrecke wohl bald wieder in Betrieb

Montag, 28. November 2011

MSC-Vorsitzender Reinhold Graf ist zufrieden: Voraussichtlich im nächsten Frühjahr darf auf der vereinseigenen Motocross-Strecke nordöstlich von Reichling wieder gefahren werden. Den Weg dazu ebnete der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung mit einem einstimmigen Beschluss zur erforderlichen vierten Änderung des Flächennutzungsplans und zum Bebauungsplan „Sondergebiet Motocrossstrecke“. Damit erfolgt nun die frühzeitige Bürgerbeteiligung.

Anfang dieses Jahres war der Betrieb auf der 1,75 Kilometer langen Rennstrecke eingestellt worden. Das Landratsamt bestand damals auf einem Bebauungsplan für das seit neun Jahren bestehende Motocross-Gelände, die bisherige Duldung genügte nicht mehr. Der Gemeinderat fasste im März einen Grundsatzbeschluss zu dem Plan; dessen Kosten und die Kosten des erforderlichen Immissionsgutachtens trägt der MSC.

Geschäftsstellenleiter Wolfgang Hentschke stellte nun die Planung vor, die sich im Wesentlichen am Bestand orientiert: Enthalten ist die vorliegende Streckenführung, die Kinderstrecke, das bei Rennen benötigte Gelände für das Fahrerlager und die Parkplätze sowie der Stadel. Dessen Dach werde allerdings noch auf der gesamten Länge der Westseite vorgezogen, um neben der vorgeschriebenen überdachten Betankungszone noch Lagerplatz zu schaffen, so Graf.

Erlaubt sind laut Bebauungsplan bis zu drei Renntage im Jahr mit bis zu neun Stunden Dauer sowie 16 Trainingstage mit bis zu fünf Stunden Dauer, jeweils zwischen 9 und 20 Uhr. Damit werde zwischen März und Oktober an zwei Samstagen pro Monat gefahren, erklärte Graf – eventuell auch mal an dreien, falls ein Termin wegen schlechter Witterung ausfällt. An den Trainingstagen dürfen nur maximal zehn Motorräder gleichzeitig auf die Strecke.

Laut Immissionsschutz-Gutachten werden die zulässigen Werte – auch unter Einbeziehung der jüngst beschlossenen Erweiterung des Gewerbegebiets – überall eingehalten. Das gilt allerdings dann nicht mehr, wenn das Gewerbegebiet eventuell nochmals erweitert oder ein mögliches Baugebiet westlich der Weißenbergstraße verwirklicht wird, erklärte Hentschke. Damit die Gemeinde, die dem MSC grundsätzlich positiv gegenüber stehe, sich nicht selbst beschneide, habe das Landratsamt bei einer Behördenbesprechung ein zeitlich begrenztes Baurecht vorgeschlagen. Danach tritt der Bebauungsplan für das Motocrossgelände außer Kraft, sobald in den betreffenden Gebieten ein neuer Bebauungsplan in Kraft tritt. Außerdem ist das Sondergebiet generell auf vorerst zehn Jahre befristet, kann aber über eine einfache Bebauungsplanänderung problemlos verlängert werden, so Hentschke.

Nach dem einstimmigen Beschluss für das Motocrossgelände dürfen nun die Bürger Planung und Gutachten einsehen und ihre Meinung dazu kund tun. Eventuelle Einwände müsse dann der Gemeinderat abwägen, so Hentschke. Von Behördenseite aus gebe es jedenfalls „keine Klippen, die nicht zu meistern sind“. So freute sich auch Bürgermeisterin Margit Horner-Spindler über den „guten Kompromiss“.