Neue Steuerung für die Bachrunzel-Quelle

Donnerstag, 10. Oktober 2013

Hahn auf und schon sprudelt frisches Wasser in bester Qualität heraus: Was für die Bürger selbstverständlich ist, kostet im Hintergrund viel Arbeit und Investitionen, betonte Bürgermeisterin Margit Horner-Spindler bei der jüngsten Gemeinderatssitzung. Reichling investiert deshalb immer wieder in das Trinkwasser – zuletzt in eine Visualisierung, die seit 20 Monaten „bestens“ funktioniere. Nun zahlt die Gemeinde laut einstimmigem Beschluss rund 13 000 Euro für die Erneuerung der Steuerung an der Bachrunzel-Quelle.

Die Wasserspezialisten Markus Schallameier und Walter Mayr erklärten den Räten, warum die neue Steuerung so dringend nötig ist. Bislang kann nämlich nur jeweils eine der zwei Pumpen an der Bachrunzel-Quelle arbeiten – mit dem Ergebnis, dass ein guter Teil der Quellschüttung von acht Litern pro Sekunde über den Überlauf wieder in den Bach gelangt.

In diesem sehr trockenen Sommer, als der Wasserverbrauch in Reichling laut Mayr fast um das Doppelte angestiegen war, führte das dazu, dass der Hochbehälter nicht mehr richtig gefüllt werden konnte. Denn die einzelnen Pumpen können nur rund 5,4 Liter pro Sekunde fördern. Mayr musste deshalb Wasser aus Ludenhausen zuschießen, mit dem Erfolg, dass das dortige Grundwasser deutlich absank.

Eine Lösung des Problems soll nun eine neue Steuerung bringen, mit der beide Pumpen parallel betrieben werden können – abwechselnd als Grundlast- und Spitzenlastpumpe. Während Erstere sich einschaltet, wenn der Hochbehälter zwischen dreiviertelvoll und voll ist, springt Letztere nur ein, wenn der Pegelstand unter dreiviertelvoll sinkt, erläuterte Hans-Jürgen Müller von den Augsburger Pumpen-Anlagen, dem günstigsten Bieter für die neue Steuerung.

Außerdem schaltet sich nach dem Umbau automatisch die zweite Pumpe ein, wenn bei der ersten eine Störung auftritt, so Müller. Bislang musste dies an der Quelle manuell geschaltet werden. Notwendig für die neue Steuerung sind die Datenübertragung in beide Richtungen und ein Ersatz des ohnehin veralteten Schaltschranks in der Bachrunzel.

An der neuen Steuerung komme man nicht vorbei, betonte Horner-Spindler und hatte damit alle Räte hinter sich. Zumal eine stabile Quellschüttungsmenge auch für die beantragte wasserrechtliche Genehmigung vorteilhaft sei, so Schallameier. Die Arbeiten, die laut Müller „unterbrechungsfrei“ durchgeführt werden, sollen in etwa vier bis sechs Wochen beginnen.