Neue Wasserleitung für die Mehrzweckhalle

Mittwoch, 06. Mai 2015

„Das ist kein Luxus mehr“, meinte Bürgermeisterin Margit Horner-Spindler zu den geplanten Sanierungen an der Mehrzweckhalle. Bei einer ausführlichen Ortsbesichtigung überzeugten sich die Gemeinderäte von den völlig veralteten Duschen, aus denen kaum mehr ein Wasserstrahl kommt, und der insgesamt unzureichenden Wasserversorgung. Denn wenn in den Gästekabinen geduscht wird, erläuterte Sportvereinsvorsitzender Hermann Jahl bei der Führung, „geht oben beim Wirt nichts mehr“.

Die Wasserleitungen in dem 1975 eingeweihten Gebäude sind dringend sanierungsbedürftig. Es gab schon einige Wasserschäden durch Rost an den verzinkten Leitungen. Deshalb sahen sich die Räte die Situation zusammen mit Planer Roland Hinterseher, Wasserwart Walter Mayr und Ingenieur Hans Riesemann an.

Hinterseher machte den Gemeinderäten wenig Hoffnung auf eine einfache Lösung. Denn nach der seit 2011 geltenden Trinkwasserverordnung sind die Hygienevorschriften vor allem im Hinblick auf Legionellen sehr streng. Stehende Leitungen dürfe es nicht mehr geben, das Wasser sollte an allen Anschlüssen mindestens alle 72 Stunden laufen, so Hinterseher.

Um dies auch in unregelmäßig genutzten Gebäuden wie der Mehrzweckhalle sicherzustellen, sind Armaturen erforderlich, die automatisch mit etwa sechs bis zehn Litern Wasser spülen. Das allerdings kostet die Gemeinde rund 300 Euro pro Jahr.

Auf der anderen Seite gebe es in Reichling mit Hackschnitzelheizung und Wärmetauscher „eine gute Basis“ so der Planer. Er würde deshalb eine dezentrale Lösung mit Wasserboilern nicht favorisieren, zumal dies bei den Duschen nicht praktikabel wäre. Allerdings könne man zumindest in den WCs, die sich nicht in der Nähe der neuen Warmwasserleitung befinden, evtl. ganz auf warmes Wasser zum Händewaschen verzichten, meinten einige Räte.

Sparen könne man bei diesem Projekt vor allem durch die Suche nach den günstigsten Produktanbietern, meinte Hinterseher. Denn ehrenamtliche Mithilfe komme wegen der Gewährleistung bei den Installationsarbeiten nicht in Frage, wohl aber bei den späteren Fliesen- und Malerarbeiten, so Horner-Spindler.

Ob eine Sanierung in zwei oder drei Schritten günstiger ist, will Hinterseher auf Vorschlag von Dieter Rapp rechnen. Dabei müssten aber alte und neue Wasserleitung eine Weile parallel gefahren werden.

Bis nächste Woche soll Hinterseher von Hans Riesemann und der Arbeitsgruppe Mehrzweckhalle Pläne sowie Vorschläge für eine Staffelung der Arbeiten erhalten. Dann wird er die Kosten der Sanierung mit verschiedenen Varianten (z.B. auch Stand-WC wie bisher versus Hänge-WC mit Vorwandsystem) berechnen und dem Gemeinderat zu Beratung und Beschluss vorlegen.

Hermann Jahl bat darum, die Wasserleitung zum Tennisheim schon vorab provisorisch mit einem etwa 40 Meter langen PE-Rohr zu reparieren. Denn dort brauche man im Sommer dringend Wasser.