Reichling knackt Eine-Million-Schuldengrenze

Mittwoch, 06. Mai 2015

„Reichling ist eine finanziell gesunde Gemeinde, die ihre Finanzen im Griff hat.“ Das betonte Bürgermeisterin Margit Horner-Spindler angesichts des ausgeglichenen Vier-Millionen-Euro-Haushalts 2015, den die Räte einstimmig verabschiedeten. Trotz großer Projekte wie Mehrzweckhalle, Happerger, Wasserversorgung und Kindergarten kommt die Gemeinde zum siebten Mal in Folge ohne Neuverschuldung aus. Und: Die Millionengrenze bei den Schulden ist geknackt.

Mit 987 595 Euro stand Reichling Ende 2014 noch in der Kreide – das entspricht einer Pro-Kopf-Verschuldung von 608 Euro und damit fast einer Halbierung des Schuldenstands von 2008 (1047 Euro). Auch heuer werden weiter Schulden abgebaut, vorgesehen sind rund 77 000 Euro.

Der größte Brocken im 1,6 Millionen Euro starken Vermögenshaushalt ist die Mehrzweckhalle mit 180 000 Euro. In dem 1975 errichteten Gebäude müssen die Wasserleitungen saniert und Maßnahmen zur Erfüllung der Versammlungsstättenverordnung ergriffen werden. 240 000 Euro sind für Grunderwerb und Tiefbauplanung Neubaugebiet eingestellt, 20 000 Euro für die Planung Gesamtkonzept Happerger.

Der Umbau im Kindergarten kostet die Gemeinde 14 000 Euro, die Planung Abwasserbeseitigung Gimmenhausen 35 000 Euro. 691 800 Euro stehen noch für die Kläranlagenertüchtigung Rott an. Bei der Breitbandversorgung rechnet die Gemeinde mit einem Eigenanteil von 32 000 Euro, für den Brandschutz (vor allem Digitalfunk) gibt sie abzüglich Zuschüsse 15 100 Euro aus.

Vorgesehen ist eine Entnahme aus der allgemeinen Rücklage in Höhe von 486 276 Euro, vom Verwaltungshaushalt werden 76 924 Euro zugeführt. Dieser 2,4 Millionen Euro starke Etat finanziert sich vor allem über den Gemeindeanteil an der  Einkommenssteuer (677 000Euro), die Grund- und Gewerbesteuern (286 000 Euro) und die Schlüsselzuweisungen (438 424 Euro). Die Steuerhebesätze bleiben erneut stabil.

Auf der Ausgabenseite stehen die Kreisumlage (608 615 Euro), Kindergarten und Schulumlagen (siehe Kasten). Außerdem sind hier 35 000 Euro für die Sanierung der Duschen in der Mehrzweckhalle eingestellt. 45 000 Euro plant Reichling für Reparaturen und Unterhalt von Straßen, 18 000 von Feldwegen ein. Bei der Wasserversorgung fallen 68 000 Euro für die wasserrechtliche Erlaubnis, für Zähleraustausch, Unterhaltsmaßnahmen und Wasserrohrbrüche an.  

Die Räte hatten den Haushaltsplan bereits „intensiv vorberaten“, so Bürgermeisterin Margit Horner-Spindler. Deshalb  erfolgte der einstimmige Beschluss auch ohne Diskussion.