Umbau des Happerger mit Rettungsfallschirm

Freitag, 10. Juni 2016

Voraussichtlich ab Frühjahr 2017 wird der Happerger in Ludenhausen gemäß der Versammlungsstättenverordnung umgebaut. Die Gemeinderäte verabschiedeten einstimmig einen Plan, der Sanierungen und neue Sanitäranlagen im bestehenden Gebäude sowie einen Anbau für eine Bühne samt Nebenräumen im Norden und Westen vorsieht. Allerdings dürfen die Gesamtkosten 520.000 Euro nicht übersteigen. Deshalb wird laut Beschluss in zwei Abschnitten gearbeitet.

Hans Riesemann erläuterte ausführlich seine Planung, die bei mehreren Treffen mit den Teilnehmern der Dorferneuerung entstanden ist. Der 217 Quadratmeter große Saal biete Platz für 435, mit Bestuhlung für 280 Personen. Der Zugang erfolgt künftig über einen überdachten Eingang im Westen samt Foyer und Garderobe. Die notwendigen Sanitärräume will Riesemann anstelle der bisherigen WCs errichten.

Küche und Ausschank bleiben erhalten, als Heizung sind Heizkörper sowie eine Brennwert-Gastherme in einem Raum oberhalb des Ausschanks vorgesehen. Fluchtwege seien ausreichend vorhanden, ob die Decke den Brandschutzanforderungen genüge, müsse man noch genau prüfen, so Riesemann. Er schätzte die Kosten für Umbau und Sanierung inklusive neuer Fenster und Türen auf rund 510.000 Euro. Und das sei „sehr eng“ kalkuliert, so Hans-Jürgen Korn.

Die Mitglieder der Dorferneuerung dagegen sahen großes Einsparpotenzial, vor allem durch gut 1.000 Stunden Eigenleistung, einige Abstriche etwa bei der Wärmedämmung und günstigere Angebote. Sie kamen bei ihren Berechnungen auf 511.000 Euro – allerdings inklusive des Bühnenanbaus, den alle Beteiligten für die stark frequentierten Veranstaltungen im Happerger als sinnvoll und wünschenswert erachten.

Für den angeschleppten Anbau mit Schrägdach sind 42 Quadratmeter Bühne, 33 Quadratmeter Bühnennebenraum sowie ein barrierefreies WC vorgesehen. Die Bühnenöffnung zum Saal plant Riesemann in gleicher Größe wie in der Mehrzweckhalle, die Stühle sollen unterhalb der auf einen Meter angehobenen Bühne untergebracht werden. Der Neubau koste rund 130.000 Euro, so der Planer.

Während die Ausgaben dafür gut abschätzbar sind, gebe es bei Umbauten im Bestand meist unvorhersehbare Mehrkosten, meinten Riesemann und Bürgermeisterin Margit Horner-Spindler. Sie wünschte sich deshalb einen „Fallschirm“, damit die Kosten nicht aus dem Ruder laufen können. Sie schlug deshalb vor, den Happerger in zwei Modulen anzugehen. Sobald sich im Laufe der Arbeiten am Bestand zeige, dass die Kosten wie von der Dorferneuerung erwartet niedrig bleiben, könne unverzüglich mit dem Bau der Bühne begonnen werden.

Von den 200.000 Euro Zuschuss, die das für die Dorferneuerung zuständige Amt für ländliche Entwicklung zugesagt habe, werde so und so nichts verschenkt, betonte sie. Der bei einer Gegenstimme gefasste Beschluss zum modularen Umbau gelte zudem nur, wenn das Amt dem auch zustimme, so Horner-Spindler. Hans Riesemann rechnet mit einer Umbauzeit von einem Dreivierteljahr.