Visualisierung der Wasserversorgung steht

Mittwoch, 25. Januar 2012

Hautnah erlebten die Reichlinger Räte bei ihrer jüngsten Sitzung die Wasserversorgung in ihrer Gemeinde: Hans-Jürgen Müller von der Firma APA Vertrieb zeigte ihnen über die im vergangenen Jahr installierte Visualisierung den minutengenauen Stand in Brunnen, Wasserbehältern und Druckerhöhungsstationen. Dabei wurde klar, dass in Sachen Wasser weiterhin Handlungsbedarf besteht: Die Pumpen in Ludenhausen müssen dringend umgestellt werden.
„Wir kommen mit Riesenschritten voran“, freute sich Bürgermeisterin Margit Horrner-Spindler über die erfolgreiche Visualisierung, in die sich die Wasserspezialisten Walter Mayr und Markus Schallameier „hervorragend“ eingearbeitet hätten. Doch habe das neue Verfahren auch Problemstellen ans Tageslicht gebracht.
So zeigte Müller über die Grafik in der Visualisierung, dass die Pumpen am Hochbehälter in Ludenhausen mehrere hundert mal am Tag an- und abschal-ten. Das führt zu hohen Druckunter-schieden zwischen 1,3 und 3,2 bar, die auch die Bürger in Ludenhausen zu spüren bekommen. Das sei zudem schlecht für die Wasserleitungen und führe zu einem erhöhten Risiko von Wasserrohrbrüchen. Schließlich belaste es auch die Pumpen, so Müller.
Ein Mitverursacher des Dilemmas, der defekte Kompressor für die Steuerung des Luftpolsters im Hochbehälter, werde demnächst ersetzt. Doch wirklich Abhilfe würden nur stufenlos drehzahlgeregelte Pumpen wie am Brunnen in Gimmenhausen schaffen, betonte er. Damit ließe sich ein so konstanter Druck wie in Reichling erzielen: Dort zeigt die Grafik fast ausschließlich 4 bar an.
Vor einer Kostenschätzung müsse der mögliche Umbau zunächst besprochen und ausgearbeitet werden, erklärte Horner.Spindler auf Frage von Walter Dirr. Außerdem stünden noch weitere Maßnahmen an – zum Beispiel ist der Schaltschrank in der Bachrunzel rund 40 Jahre alt. Doch könne man die Dinge nur nach und nach angehen, zudem habe man bereits viel erreicht.
Die Visualisierung klappt auf jeden Fall hervorragend, wie Müller bewies: Über sie lässt sich der Weg des Reichlinger Wassers von der Bachrunzel zu den Hochbehältern und in die Druck-erhöhungsanlagen nachvollziehen und jede Pumpe einzeln beobachten. 5,5 Liter pro Sekunde wurden während der Sitzung verbraucht, 2 Liter pro Sekunde flossen nach Ludenhausen.
Auch die Wasserversorgung dort mit dem Brunnen Gimmenhausen, den Hochbehältern und der Druckerhöhungsstation lässt sich über die Visualisierung nachvollziehen. Sinkt die Wasserhöhe im Hochbehälter unter ein bestimmtes Niveau, wird automatisch Wasser aus Reichling zugeleitet. Erst wenn dieses nicht ausreicht, kommt Wasser aus dem Gimmenhausener Brunnen dazu, der geschont werden soll, erläuterte Müller. 
Fällt der Pegel unter 3,40 Meter, werden die Verantwortlichen per Handy alarmiert und begeben sich auf die Suche nach der Ursache. Dabei können sie sich die Visualisierung sogar auf dem Handy anzeigen lassen.