Vorerst keine Windräder auf Reichlinger Flur

Mittwoch, 14. November 2012

Auf Reichlinger Flur wird es vorerst keine Windräder geben Nachdem der Gemeinderat das Thema bei der vergangenen Sitzung vertagt hatte, beschloss er nun nach gut einer Stunde Information und Diskussion mit 8:5 Stimmen, eine Vereinbarung zur Zusammenarbeit in Sachen Teilflächennutzungsplan Windkraft mit der Gemeinde Fuchstal abzuschließen.

Andreas Graf vom Landratsamt hatte den Räten noch einmal die Entwicklung in Sachen Windkraft im Landkreis aufgezeigt (LT berichtete mehrfach). Steuern, betonte er, könnten die Landkreis-Gemeinden den privilegierten Bau von Windrädern nur, wenn sie passende Areale im Flächennutzungsplan ausweisen und damit andere Gebiete ausschließen.

Dabei, so Graf, habe sich schnell herausgestellt, dass eine gemeinsame Planung über die Gemeindegrenzen hinweg sinnvoll ist. Nach dem Veto der Bundeswehr für den Norden blieben vorläufig nur die südlichen Landkreis-Gemeinden als mögliche Windrad-Standorte übrig, erklärte Graf.

Da Denklingen über große und geeignete Flächen verfügt und diese ausweisen will, sei die Gemeinde aus der „Süd-Allianz“ ausgetreten. Doch habe sie sich bereit erklärt, Dießen, Rott, Apfeldorf und Kinsau in die Flächennutzungsplanung mit aufzunehmen, da die ausgewiesenen Flächen die geforderten rund zehn Prozent für alle Gemeinden zusammen erfüllen. Dasselbe gelte für Fuchstal mit Reichling und Vilgertshofen.

Bürgermeisterin Margit Horner-Spindler sah darin einen „einmaligen Glücksfall“. Zwar sei sie für regenerative Energien, sie wolle aber auch das schöne Landschaftsbild erhalten. Zudem hielt Horner-Spindler die Flächen im Fuchstal für deutlich geeigneter als die möglichen Reichlinger Areale Westerholz, Weißenberg und östlich von Ludenhausen.  Die Windhöffigkeit sei zwar ähnlich, stimmte sie Franz Sepp zu, doch lägen die Fuchstaler Gebiete viel weiter weg von der Bebauung.

Falls Reichling später einmal – „wenn die Technik lukrativer ist“ – doch noch eigene Windräder bauen wolle, meinte Hans-Jürgen Korn, stehe dem  nichts im Wege. Dann müsse man die Abtretung der Planungshoheit an Fuchstal eben wieder aufheben. Graf sah hier ebenfalls keinen Hinderungsgrund, wies aber darauf hin, dass es sich um eine Rechtsverordnung der Regierung handle. Die von Franz Sepp geforderte 100-prozentige Sicherheit konnte er deshalb nicht liefern, zumal bereits die Übertragung der Planungshoheit entsprechend Paragraph 203 des Baugesetzbuches Neuland für alle Beteiligten ist.

Ohne diese Übertragung müsste Reichling selbst „nennenswerten Raum“ für Windkrafträder ausweisen – rund 100 Hektar, so Geschäftsstellenleiter Wolfgang Hentschke. Er wies darauf hin, dass die Flächen, die laut dem regionalen Planungsverband in Frage kommen, „einer Vielzahl von Grundstückseigentümern“ gehören, was die Planung erschwere und die Wahrscheinlichkeit erhöhe, dass Investoren zum Zug kommen.

Würden Bürgerwindräder gewünscht, spreche dies eher für Fuchstal, da die Arale komplett den  Staatsforsten gehören, so Hentschke. Außerdem sei dort ein so großer Windpark vorgesehen, dass sich wohl auch für Reichlinger Bürger beteiligen könnten, meinte Horner-Spindler. Eine 100-prozentige Sicherheit gebe es allerdings nicht, dazu gibt es noch zu viele Fragezeichen bei Planung, Wirtschaftlichkeit und einigem mehr.